Echte Nylons sind das Nonplusultra

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Nylonstrümpfe sind noch immer das Nonplusultra der Strumpfmode

Nylonstrümpfe brauchten eine ganze Generation außer Rand und Band. Die hauchzarten Strümpfe aus Nylon – oder, wie es richtig heißt, aus Polyamid – waren die Revolution in der Strumpfmode. Bis zu ihrer Erfindung gab es nur dichte Strümpfe und Strumpfhosen, die von Sex-Appeal meilenweit entfernt waren. Die jüngeren Strumpfträgerinnen mögen den Hype um die einzigartigen Strümpfe nicht verstehen, doch auf dem feinen Material liegt ein besonderer Zauber. Auch heute noch stehen echte Nylons für Erotik, die bis hin zum Fetischismus geht.

So eroberten Nylons die Herzen aller Frauen

Der 15. Mai 1940 war der entscheidende Tag, der in die Geschichte als „N-Day“ eingegangen ist. Wallace Hume Carothers hatte fünf Jahre zuvor die erste Nylonfaser im amerikanischen Chemiekonzern E.I. du Pont de Nemours & Co. entwickelt. Auf der Basis von Wasser, Luft und Kohle entstand eine feine, vollsynthetische Faser, die zuerst für Zahnbürsten verwendet wurde. Erst später wurden daraus Strümpfe gemacht. Im Mai 1940 wurden in Wimington innerhalb von nur drei Stunden 4.000 Paar Nylonstrümpfe verkauft. Auch ausgewählte Geschäfte in den Metropolen der USA verkauften an diesem Tag die Strümpfe. Über 5 Millionen Strümpfe gingen über die Ladentische der Strumpfgeschäfte. Mancherorts kam es zu chaotischen Zuständen und viele Damen mussten leer ausgehen.

Nylon war das meistgefragteste Material bei Strümpfen

Übrigens konnten sich die Ladys nicht lange an den durchsichtigen Strümpfen erfreuen. Bereits ein Jahr später wurde Nylon aufgrund seiner Reißfestigkeit für das Militär entdeckt. Mit dem Angriff auf Pearl Harbor 1941 wurden Nylons in großangelegten Sammelaktionen von patriotischen Frauenorganisationen für die Produktion von kriegswichtigen Dingen gespendet. Erst zum Kriegsende bekamen Nylonstrümpfe wieder einen Aufschwung. Das Macy´s, eine der größten Warenhäuserketten der USA, verkaufte in New York in nur sechs Stunden über 50.000 Paar Strümpfe aus Nylon. Die feine, seidige Beschaffenheit in Kombination mit einer für die damalige Zeit unvergleichlichen Transparenz machten die Nylonstrümpfe beliebt. Für Schauspielerinnen, Filmstars und Mannequins gehörten die Nylonstrümpfe zum unverzichtbaren Zubehör. Was wäre eine Marlene Dietrich ohne diese wundervollen Strümpfe gewesen, die die einzigartigen Beine der Frau so vorteilhaft zur Geltung gebracht haben.

Nylons wurden von Jahr zu Jahr feiner

Nur mal so am Rande, es kursieren immer wieder Gerüchte, nach denen das Wort Nylon aus Ny für New York und lon für London besteht. Dem ist nicht so. Eckelberry von DuPont sagte bereits 1940, dass nyl eine Silbe ohne Bedeutung sei und on eine damals landläufige Endung. Die ersten Nylons gab es übrigens in einer Stärke von 70 den. Das ist heute kaum vorstellbar. Doch die Entwicklung ging schnell voran. Schnell gab es die Feinstrumpfhosen in 30 bis 20 den. Bereits 1951 gab es die Strümpfe auch in der Garnstärke 10 den. Heute sind die Strümpfe gar in 5 den erhältlich.

Bis 1955 hatten die echten Nylons noch ein kleines Highlight, das heute wieder mächtig im Kommen ist. Da die notwendigen Rundlinge mit den damaligen Wirkmaschinen nicht hergestellt werden konnten, hatten die Strümpfe eine Naht. Wer sich keine Nylons leisten konnte, soll sich die Naht aufs Bein gemalt haben, um so den Eindruck von Nylonstrümpfen entstehen zu lassen. Die Naht hatte auch einen kleinen modischen Effekt: sie lies das Bein länger und schlanker wirken. Allerdings war es nicht ganz einfach, die Strümpfe so anzuziehen, dass die Naht perfekt gerade saß. Die Nylons reichten bis zum Oberschenkel, wo sie mit Strapsen an Hüftgürtel oder Korsett befestigt wurden. Es gab aber auch die halterlose Variante, die von einem Strumpfband gehalten wurde.

Nylons heute

Auch heute sind die hauchzarten Gebilde das Highlight unter den Feinstrumpfhosen und Feinstrümpfen. Eine Dame von Stil muss echte Nylons haben, auch wenn es heute weit aus reißfestere Materialien gibt. Die Nylons umgibt etwas Magisches. Der Zauber, der auf diesen Strümpfen liegt, ist bis in unsere Zeit ungebrochen.

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