Die Geschichte der Strümpfe

Strümpfe und Strumpfhosen sind fast so alt wie die Menschheit

Natürlich nicht. Lange Zeit gingen Menschen barfuß durchs Leben und wickelten sich lediglich im kalten Winter ein paar Felle oder Häute um die Füße, um nicht zu frieren. Trotzdem haben Strümpfe schon einige Jährchen auf dem Buckel. Bereits den Römern und Ägyptern waren Strümpfe sehr wohl bekannt. Am Anfang waren es Tücher, die mit Lederriemen fest um die Beine gewickelt wurden. Bedeckt wurden Füße und die Unterschenkel. Die Trojaner trugen hautenge Beinkleider, die ebenso zur Strumpfmode gerechnet werden.

Strümpfe werden Trend

Etwa im 7. Jahrhundert wurden die „Hosa“ modern. Das waren Strümpfe, die bis zum Knie gingen. Zwei Jahrhunderte später wurden die Strümpfe so lang, dass sie an Wams, der Bruche oder dem Leibgurt befestigt werden konnte. Schließlich mag niemand rutschende Strümpfe. Strümpfe wurden mit Schlaufen und Stoffbänder versehen, um sie gegen das Rutschen zu schützen.

Während das gewöhnliche Volk sich mit gestrickten Strümpfen zufriedengeben musste, gingen Adlige schnell in Seide, die mit aufwendigen Stickereien versehen war. 1589 entwickelte William Lee einen Strumpfwirkstuhl, mit denen das Stricken der Strümpfe 10 mal schneller ging. Erste Vorläufer der Strumpfhosen waren die mittelalterlichen Beinlinge der Männer, die an einem Gürtel befestigt wurden.

18. Jahrhundert – die Geburtsstunde des Damenstrumpfes

Bis zum 17. Jahrhundert durften lediglich die Ehemänner und Geliebten die bestrumpften Beine der Damen sehen. Ein Jahrhundert später änderte sich einiges. Die Strümpfe wurden modischer und wurden sogar bestickt. Aufwendig gestaltete Strumpfbänder hielten die Strümpfe an ihrem Platz. Wer sich die teuren Strümpfe mit Band aus hochwertigen Materialien nicht leisten konnte, griff zu einfachen Modellen aus Baumwolle und Leinen.

Schon bald bekamen Strümpfe einen sportlichen Charakter. Trotzdem waren aufwendige Muster Trend. Veredlungsverfahren wurden entwickelt und durch das Mercerisieren erhielten die Strümpfe eine tolle Farbe und mehr Farbechtheit.

Strumpffabriken übernehmen Herstellung

Mit Erfindung der Cotton-Maschinen entstanden auch immer mehr Strumpffabriken. Für Frauen wurden Kunstseide-Strümpfe entwickelt, die es neben den Wollstrickstrümpfen gab. Passgenauigkeit und Samtigkeit nahmen zu, leider ging das auf Kosten der Haltbarkeit. Als man in den 30er Jahren die vollsynthetische Polyamidfaser erfand, wurden Seidenstrümpfe abgelöst.

Eine wahre Strumpf-Revolution gab es, als Nylon auf den Markt kam. Der 15. Mai 1940 ist als „N-Day“ in die Geschichte der Strümpfe eingegangen. DuPont verkaufte in den USA die ersten 5 Millionen Nylonstrümpfe. In den Läden des Landes herrschte ein unglaublicher Ansturm. Tausende Kundinnen begehrten Einlass. Allein in New York wurden 780.000 Paar Nylonstrümpfe verkauft. Die Nylons gab es damals in Stärken von 70 bis 40 Den. Von den Hauchdünnen war man noch Jahre entfernt. Bereits ein Jahr später wurde Nylon seiner Reißfestigkeit wegen fürs Militär entdeckt und Nylonstrümpfe wurden zur Mangelware.

Strümpfe und Feinstrumpfhosen werden selbstverständlich

In den 60er Jahren schafften Strümpfe und Strumpfhosen den endgültigen Durchbruch. Verschiedene Materialien setzten sich durch, Strümpfe und Strumpfhosen gibt es seit dem in verschiedenen Stärken. Neben den Nylonstrumpfhosen war das in der DDR entwickelte und weit aus günstigere Dederon ein Sprung nach vorn. Strickstrumpfhosen wurden bei Kindern ein verbreitetes Kleidungsstück. Auch bei Damen waren gestrickte Strumpfhosen als Kälteschutz begehrt. Je nach Modetrend wechselten die Muster und Farben. Heute sind Strumpfhosen und halterlose Strumpfe auch ein Zeichen von Sexappeal.

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